SINAN-G

Aufgewachsen in der Ruhrmetropole Essen, bilden Hip Hop und Sport von Anfang an wichtige Bezugspunkte im Leben von Sinan Farhangmehr (* 1987). Der Junge iranischer Abstammung wird von seinem großen Bruder Roozbeh zu Hip Hop-Jams im Jugendzentrum oder zum Graffitimalen mitgenommen, während die Eltern den Dönerladen führen.
Ungeachtet der dürftigen musikalischen Qualitäten ist der Gangstarapper quasi über Nacht populär. Er erhält Interviewanfragen und Angebote für Plattenverträge. Der Hype bringt sogar mit sich, dass die Magazine hiphop.de und Juice ausführlichste Features über diesen Hip Hop-Act bringen, der bis dahin gerade einmal drei oder vier Songs ins Internet gestellt hat. RTL Explosiv berichtet, Markus Lanz lädt zur Talkrunde.
Mit den gewonnenen Kontakten und dem Medienhype im Rücken produziert er 2009 seinen ersten Longplayer “Ich Bin Jesse James” (Flavamatic) mit Gastauftritten von Farid Bang und Kollegah.
Dass das Debüt raptechnisch noch keineswegs zur Crème de la Crème gehört, räumt Sinan selber ein: “Da sind andere Rapper, die seit fünf Jahren wirklich auf ihre Skills achten, auf ihre abgefuckten Hip Hop-Elemente, von Jam zu Jam wandern, auf dem Rasen schlafen, die nicht so einen Hype hatten wie ich. Normal, die haben gehatet.”
Dem durchaus erfolgreichen Release folgen Auftritte mit großen Namen wie Bushido, Massiv, Azad, Eko Fresh und Olli Banjo. Außerdem versucht der Essener sich als TV-Star, als er sich für den Episodenfilm “Zeche is nich – Sieben Blicke auf das Ruhrgebiet 2010″ porträtieren lässt. Das im Gefängnis entstandene Theaterstück “Abstiegskampf – eine zweite Halbzeit” verkauft sich dank Farhangmehrs neu gewonnener Prominenz mehrfach aus. Mit Callshopmafia gründet er mit Bruder Roozbeh sein eigenes Label.
Auch auf späteren Veröffentlichungen auf Eko Freshs German Dream-Outlet prahlt Sinan-G nicht unbedingt mit ausgefeilten Rapskills, sondern mehr durch Gangsta- und Macho-Klischees bedienende Lyrics, die um vermeintliche Authentizität kreisen.

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