YUZUF

Yuzuf wächst inmitten seiner Familie im gutbürgerlichen Wirges im Kreis Westerwald auf.
Ursprünglich stammen seine Eltern aus der Türkei – aus dem südlichen Teil Anatoliens und entscheiden im späteren Verlauf, ihren Kindern in Deutschland eine sichere Zukunft bieten zu wollen.

Nach einer behüteten Kindheit zog es Yuzuf schon bald auf die Straße und in falsche Freundeskreise. Ehe er sich versah, waren diverse Straftaten in seinem Umfeld und auch für ihn selbst zum bitteren Alltag geworden. Das Spektrum reicht von Körperverletzung, über Beamtenbeleidigung bis hin zu Einbrüchen. Dieser Lebensstil, der geprägt vom stetigen Konflikt mit dem Gesetz war, wurde für Yuzuf schnell zur Lebensrealität.

Der Wendepunkt trat erst dann ein, als er selbst zu zwei Jahren und neun Monaten auf Bewährung, sowie zu Sozialstunden verurteilt wurde. Parallel musste er mit ansehen, wie einige seiner engsten Freunde in den Knast wanderten. Die Erkenntnis, dass sich etwas ändern musste, hat lang auf sich warten lassen, dafür traf sie ihn umso härter und ihm war bewusst geworden, dass sein Leben fortan anders verlaufen sollte.

Schon bald verbrachte er seine Zeit oft bei guten Freunden, deren Hobby die Musik war. Sie hatten sich aus eigener Kraft ein Homestudio eingerichtet und nahmen zum Spaß Rap-Parts auf und beschäftigen sich intensiv mit Beats. Eines Tages ergriff auch Yuzuf die Chance und versuchte sich am Mikrofon. Seine anwesenden Freunde waren sofort dermaßen begeistert, dass sie ihn ermutigten, sein Potenzial zu nutzen und mit dem Rappen zu beginnen.

Das Interesse an Rapmusik schlummerte ohnehin schon lange Zeit in Yuzuf: Sein Vater war es, der ihm die ersten CDs von Künstlern wie Bushido oder Eko Fresh und auch internationalen Künstlern wie 50 Cent schenkte. Seit er sich das erste Mal mit Rap beschäftigte, kam er von der Musik nicht mehr los. Legenden wie Notorious B.I.G beeindruckten ihn nachhaltig und ihre Alben laufen bis heute bei Yuzuf in Dauerschleife. Ein besonderes Vorbild, nicht zuletzt auch aufgrund der Nähe zu Frankfurt am Main, war und ist Haftbefehl. Dieser steht für authentischen Strassenrap, der sich keinerlei Hypes oder Konventionen beugt und immer exakt das durchzieht, was er fühlt.

Diese Attitüde vertritt auch Yuzuf: Authentizität und unverfälschte Gedanken und Emotionen haben in seiner Musik oberste Priorität. Seine Musik kommt dreckig daher, genau so düster, wie es auf den Strassen vor sich geht. Hier ist kein Platz für Beschönigungen oder Geschnörkel.

Von seinen Freunden bestärkt, entscheidet Yuzuf sich im Jahr 2017 dazu, am Newcomer Contest #Raptags teilzunehmen. Der Veranstalter ist das Vertriebslabel Chapter ONE von Universal Music – der Gewinner erhält einen Plattenvertrag. Yuzuf boxt sich bis ins Live Finale nach Berlin durch und überzeugt sowohl Publikum als auch Jury mit seiner Ausstrahlung und seiner Direktheit.
Zum Sieg reicht es nicht – dennoch entscheidet Chapter ONE Labelhead Ramin Bozorgzadeh nach dem Wettbewerb, Yuzuf trotzdem bei Chapter ONE zu signen.

Jetzt steht Yuzuf also nicht nur sein großartiges Potenzial, sondern auch die richtigen Strukturen zur Verfügung, um seiner Stimme Ausdruck zu verleihen und den Leuten echten Rap von der Straße für die Straße zu liefern. Eine Alternative oder einen Plan B gibt es für Yuzuf nicht – Rap ist und bleibt das, was es schon immer war: Der einzige Weg.

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